Archiv für Juli 2009

Über diesen Blog

Dienstag, 21. Juli 2009

Mein Name ist Uwe Allstädt u. bin nebenberuflich als Comedian tätig!
Mit diesem Blog möchten wir Leute ansprechen, die sich dafür interessieren, aktiv Comedy zu betreiben.
Junge unerfahrene Leute oder auch reife Ältere o.ä., die noch gar nicht oder frisch auf der Bühne stehen.
In diesem Blog stelle ich meine bisherigen Erfahrungen u. Ansichten im Bereich Comedy zur Verfügung. Hier soll nach u. nach ein Diskussionsforum für Nachwuchs-Comedians entstehen.
Es darf reagiert u. natürlich diskutiert werden! Gastautoren Beiträge sind ebenfalls erwünscht, bzw. geplant.
Hierzu mußt du dich registrieren und kannst dann neue Rubriken, Themen u. Artikel erstellen.
Wichtig ist jetzt nun, dass der/das Blog wächst u. gedeiht,
dass daraus eine Informationsquelle für Comedians aller Arten und Sparten entsteht.
Und auch du, kannst dazu beitragen!
Also nicht nur Lesen, auch Schreiben!
Viel Spaß damit
Euer Uwe Allstädt

Politisch! Kabarett: JA – Comedy: NEIN

Freitag, 17. Juli 2009


Obwohl Kabarett u. Comedy in Deutschland immer weiter zusammenwachsen u. sich näher u. näher kommen, gibt es immer noch die überaus interessante Frage, die sich viele in dieser Kunstform immer noch stellen.
Darf Comedy politisch sein?
Da sage ich doch mal ganz klar: JA!!! Warum denn auch nicht.
Ich habe einen Song bei mir im Repertoire, der handelt über einen Skinhead, den seine Mutter im Kinderparadies eines Möbeleinrichtungshauses vergessen hat.
Fast immer, wenn ich den bisher gespielt habe, fanden die Leute es lustig u. haben laut applaudiert.
Politisch korrekt könnte man so ein Zuschauerreaktion nennen.
Mag sein, dass manch einer im Zuschauerraum so dachte u. durch seinen Beifall nur seinen politischen Standpunkt dadurch mitteilen wollte.
Aber ich glaube, die meisten haben über die eigentliche Geschichte gelacht, wo ein Skinhead weinend in der Bauklotzecke sitzt -meinetwegen auch bei IKEA- u. vergebens auf seine Mama wartet, die wahrscheinlich dem Kaufrausch erlegen, ihren Jungen total vergessen hat, im Kinderparadies wieder abzuholen.
Wie gesagt, die Zuschauer fanden es immer sehr lustig u. einige kamen auch noch nach dem Auftritt zu mir u. meinten dann, u. a. …so ein Song mit so einer skurrilen Geschichte habe ich ja noch nie gehört!
Die fanden es ziemlich super u. originell! Freut einen natürlich, wenn die eigene Arbeit positiv bewertet wird. Logisch!
Kurioserweise, waren es eigentlich immer mal gelegentlich einige wenige Comedy-Kollegen, die dann meinten, dass ist aber jetzt Kabarett, was du da machst! Oder, Also so funktioniert aber Comedy überhaupt nicht! War am Anfang dann immer etwas irritiert, habe sogar einige Zeit den Song u. den Stand up dazu überhaupt nicht mehr gespielt, aus schlechten Gewissen, vielleicht auch gegenüber Kollegen…der schleimt sich mit seinem Skinhead Song doch bei dem Publikum ein. Heute ist es mir total egal! Wenn es dem Publikum gefällt, dann spiele ich den noch in 20 Jahren.
Auch habe ich mal in einen Buch über Comedy gelesen, da stand ernsthaft geschrieben, Zitat: Comedy taugt nicht dazu, Botschaften zu transportieren!Zitat Ende!
Dieser Satz hatte mich beim lesen glatt umgehauen!Ich verstehe das dann also so, Comedy darf nicht zum nachdenken anregen,
dass soll dann Sache des Kabaretts sein. Also Comedy nur ein LaLa- Produkt für amputierte Gehirne? Bitte geben sie ihr Hirn an der Garderobe ab, in der Comedy-Show brauchen sie es nicht. Hier wird nur gegrinst u. gelacht u. über das Warum, nicht darüber nachgedacht!
Erinnerung an die 70iger Jahre Schlagerzeit meiner Eltern erwacht in mir. Abends Kiste Bier Zdf Hitparade schauen, a la die Welt ist schön u. morgen fünf Uhr wieder raus, ab ans Fließband.
So ist es Gott sei dank natürlich nicht! Und wenn es so wäre, hätten wir in Deutschland sicher kein so wachsendes Publikum diesbzgl.
Nicht ohne Grund gibt es in Deutschland immer mehr Leute, die sich trauen Comedy zu machen.
Weil Comedy mittlerweile auch eine Ausdrucksform geworden ist, ähnlich wir schon der Blues und heute der Rap, HipHop etc.
Comedian oder Kabarettist, beide haben das Recht u. die Pflicht, Sachen die sie bewegen, erleben oder sonst was, auf der Bühne zu interpretieren.
Auch politisch!
Letztendlich wollen wir doch alle nur, in erster Linie eins,
das Publikum zum Lachen bringen, zum nachdenken anregen oder auch ganz einfach nur unterhalten.

Auf die Bretter, fertig, los

Sonntag, 12. Juli 2009

Als ich das erste mal so -RICHTIG- auf der Bühne stand (obwohl ich eigentlich saß), war ich ca. fünfzehn u. habe in einer Schülerband getrommelt. Fünf Minuten vor dem Auftritt meldete sich spontan mein Darm, konnte aber nicht mehr weg. Wir spielten ne Dreiviertelstunde lang u. es war die längste in meinem Leben. Unser Bassist meinte nach dem Auftritt zu mir, Mann, warst du verkrampft, ich habe noch nie gemerkt, dass du mit geschlossenen Augen spielst. Das Beste war, nach dem Auftritt konnte ich nicht mehr u. hatte für den restlichen Abend, nur noch Bauchschmerzen. Mein Rat, checkt vorher rechtzeitig alle Unbequemlichkeiten aus, die euch davon abhalten könnten, eine gute Performence auf der Bühne zu präsentieren. Falls du noch nie auf einer Bühne gestanden hast, teste selbige vor dem Auftritt nach Möglichkeit. Hier ein paar kleine Tipps von mir! Suche deinen sicheren Standpunkt auf der Bühne, also wo habe ich zu stehen. Stelle dich, falls du alleine auf der Bühne eine Nummer spielst, möglichst zentral in der Mitte auf. Hat die Bühne eine gewisse Tiefe, geh nicht zu weit nach hinten (geht meist am anfang während dem spielen automatisch) Achte darauf u. korrigiere, kontrolliere oder auch markiere gegebenenfalls deinen Punkt. Gerade am Anfang geht man aus gewisser Unsicherheit automatisch auf der Bühne nach hinten. Sieht dann immer so aus, als möchte man vor dem Publikum flüchten. Ausnahme, wenn Messer oder irgendwelche übelriechende abgelaufene Lebensmittel anfangen zu fliegen. Teste das Mikro vor dem Auftritt! Wie kling ich über einen PA-Anlage? Höre ich mich auf der Bühne (Monitoring)? Falls das Mikro in einem Ständer klemmt, bekomme ich das Mikro bequem u. ohne Hektik aus dem Ständer u. auch wieder rein? Wie funktioniert bei dem Mikroständer die Höhenverstellung (sehr wichtig, nicht zu unterschätzen)? Achte, falls du kein Funkmikro zur Verfügung hast, die Stolperfalle Mikrokabel. Probe deine Verabschiedung vom Publikum/ Bühnenabgang , vor allem, wo  gehe ich von der Bühne ab. Es gibt ganz bestimmt noch viele Sachen, auf die man bühnentechnisch achten sollte, von mir, hier nur die Basics. Vielleicht fällt den einen oder anderen Leser sicherlich noch etwas zusätzliches ein. Und immer darauf achten, hör auf deinen Darm, bevor du dir den ganzen Abend mit Bauchschmerzen vermiest. Und dann …auf die Bretter, fertig, los! a