Archiv für die Kategorie ‘5. Grundlagen der Comedy’

Die hohe Kunst, die Gunst der Stunde zu nutzen

Freitag, 12. Februar 2010

Gerade hatte ich sie doch noch, schon ist sie wieder weg! Die Idee!
Gestern Nacht hatte ich einen prima Einfall für eine Nummer, leider habe ich sie wieder vergessen! So ein Pech aber auch!
Jetzt habe ich Zeit zum schreiben u. ausgerecht in dem Augenblick fällt mir überhaupt nichts ein. Ach, wie blöd!
Was ich versuche damit zu sagen, ist, warte nicht bis du Zeit hast für irgendwas, sondern nimm dir die Zeit, wenn sie sich bietet. Bestimmt schon mal gehört, „Die Gunst der Stunde nutzen!“
Nimm dir die Zeit für deine Berufung, nicht umgekehrt.
Das heißt natürlich nicht, dass du sämtlichen Sachen, die du machst, bzw. gerade in der Hand hast, vergessen oder fallen lassen sollst.
Du kannst deine kreativen Augenblicke anders festhalten.
Ich habe z.B. immer einen Stift u. einen kleinen Notizblock neben meinem Bett liegen. Weil mir Nachts die besten Einfälle kommen u. ich so sofort Stichpunkte aufschreiben kann. Irgendwann konnte ich sogar, so gut im dunkeln schreiben, dass ich es am nächsten Morgen noch lesen konnte. Welch eine freute!
Ab und zu benutze ich auch ein Diktiergerät,
aber, was ich da im Schlaf murmele kann ich frühmorgens kaum verstehen.
Also, schreiben funktioniert bei mir einfach besser.
Schon weil meine Frau mir nachts dann entgegen murmelt,
„Wat haste jesacht?“
Ehe ich es ihr versuche zu erklären, dass ich gerade nicht sie meine u. sie es auch schlaftrunken versteht, ist die Nacht rum.
Wie gesagt, lieber schreiben!
Einfach testen, was am besten für dich in Frage kommt.
Mach nur nicht den Fehler und ignoriere deine Gedanken diesbzgl.
Du ärgerst dich am ende dann nur, weil dir die Beste Idee, Gag oder wie auch immer, garantiert nicht mehr einfällt.
Mache Situationen/Gedanken kommen tatsächlich wirklich nur einmal. Gerade Nachts, wenn das Hirn am wenigsten abgelenkt wird und entspannt ruht, können witzige Spinnereinen entstehen,
evtl. idealstes Material für deine Comedy.
Mache nur nicht den Fehler, dein Einfälle zu ignorieren,
du wirst dann, falls es Nacht ist, entweder unruhig oder gar nicht schlafen können, vor Angst, alles zu vergessen.
Sobald du dir deine Ideen aufgeschrieben oder aufs Diktiergerät gesprochen hast, wirst du merken,
dass deine innere Unruhe wieder verschwindet.
Ja, ja, ein Stift u. ein Zettel ist für den guten Schlaf eines Comedians mindestens genauso wichtig,
wie der Schlafsand vom Sandmännchen für die Kinder.
In diesem Sinne, hoffentlich eine gute Nacht!

STIMM DICH FIT

Mittwoch, 11. November 2009

Es ist sicherlich momentan etwas ruhiger geworden u. einige von euch haben schon gedacht, dass die Luft bei mir raus wäre, das Blog hier weiterzuführen. Der wahrhaftige Grund ist aber, dass, fast wie jedes Jahr, im Quartal, wo der Weihnachtsmann losmarschiert, sehr viel zu tun ist.
Wir sind mit einigen Shows unterwegs, wo wir die ganze Organisation machen. D.h. angefangen von der Buchung der Comedians bis zur Moderation u. Beschallung der Location am Show-Abend.
Wenn du dann noch einen Fulltime Job anderswo hast u. Family mit Kindern, dann ist das nicht immer so einfach.
Nun hier der erste Artikel unter “Stimm dich fit”
Diese Übungen sind für kurz vor dem Auftritt gedacht, um eure Muskeln
warm laufen zu lassen, für den großen Moment auf der Bühne.
Das die Gags nur so aus euch raus sprudeln mögen!
Viel Erfolg u. natürlich vor allem Spaß!

Übungen zur Lockerung der Artikulationsorgane!

Gesicht:
– Grimassen schneiden
– Stirn runzeln
– Gesichtsmassage
– ausstreichen

Lippen:
– Grinsemund u. Kussmund im Wechsel
– Lippenflattern ohne Stimme u. mit Stimme
(dabei von der Mitte nach unten fallen lassen)

Zunge:
– Mundinnenraum mit der Zunge gründlich erspüren
– mit der Zunge an einem Punkt im Mund fixiert sprechen

Kiefer:
– vertikale, horizontale Kreisbewegungen
– Kieferschütteln
– Kiefergelenke massieren

Warum versteht mich denn keiner?

Mittwoch, 26. August 2009

Nur wer verständlich spricht, der kann auch verstanden werden!
Bühnenperformence/ präsenz besteht zu mal nicht nur aus Optik.
Klar, dass Auge ißt bekanntlich mit, aber eine Modelfigur
und gutes Aussehen, wird nicht ganz ausreichen, um ein guter Comedian zu werden bzw. zu sein.
Gott sein Dank! Auch wenn die Bühne manchmal einem Laufsteg ähnelt und Zuschauer in den Sessel hängen, mit dem Verhalten, ! “Na jetzt unterhalte mich mal, da vorne!”
Aber selbst, der beste Text, mit den geilsten Pointen u. einer Gag-Dichte, die so eng ist, dass kein Smilie mehr dazwischen passt, nützt nix, wenn das Publikum nichts versteht.
Akustisch, Dialektisch etc.!
Artikulation ist “fast” alles! Die Leute unten im Zuschauerraum müssen dich, zumal klar und deutlich hören und verstehen können. Rumstammeln und zu viel Gebrauch von Ähm u. Ey `s u. Ok´s können deinen besten Text killen.
Auch eine zu leise Pieps stimme (am Anfang evtl. aus Verlegenheit-Unsicherheit) oder du bist zu weit weg vom Mikrofon, können deine Nummer wesentlich mindern. Sie kommt einfach nicht an, beim Publikum.
Zu schnelles sprechen hört da genau so dazu (Thema: Timing). Bist du zu schnell, meist auch vor Aufregung, besteht die Gefahr,
dass du Silben oder gar ganze Wörter verschluckst u. dadurch auch schlimmstenfalls Pointen versemmelst.
Da ist dir dann wahrscheinlich am ende, sprichwörtlich die Luft ausgegangen.
Das richtige Atmen beim Sprechen, ganz wichtig! Klares und deutliches Sprechen kann man erlernen!
Einen Logopäden als Vocal-Coach oder zumindest einen Einblick in die Arbeit eines selbigen, kann für einen Comedian nie falsch sein.
Sprachtraining, Atemtechnik dürfen keine Fremdwörter für dich bleiben. Stimmlehrer brauchen nicht nur Sänger/innen.
Mit einfachen Texten u. Übungen kannst du zuhause oder auch kurz vor dem Auftritt, deine Stimme u. Stimmbänder fit machen.
Dazu mehr in einer der nächsten Artikel, wenn es heißt…”Stimm dich Fit!”